Brauchen wir wirklich Toilettenpapier?

Toilettenpapier ist in Zeiten der Coronakrise zu einem wertvollen Gut geworden. Die Supermärkte und Drogerien sind leer – viele Vorratsschränke dafür voll. Doch benötigen wir das Papier überhaupt? Welche Alternativen gibt es?

Toilettenpapier, Nudeln, Hygieneartikel: In den Supermärkten wird aktuell auf Vorrat gekauft. So entstehen leere Regale, die manchen vielleicht erfinderisch werden lassen. Früher ging es doch auch ohne Klopapier? Welche Alternativen gibt es heute?

Seit wann gibt es Toilettenpapier?
Vor der Erfindung des Klopapiers haben die Menschen vor allem Naturprodukte nach dem Toilettengang verwendet. Dazu zählten Gras, Blätter, Heu, Schwämmchen, flache Steine und auch Schnee und Moos.

Das erste Klopapier wurde schließlich im 14. Jahrhundert in China erfunden. Ein Blatt des neuen Papiers war etwa einen halben Quadratmeter groß und wurde hunderttausendfach produziert. Erst 1857 wurde Klopapier erstmals in einer Fabrik in den USA hergestellt. Es bestand aus einzelnen, in Aloe getränkten Blättern und war in einer Schachtel verpackt. Die erste Klopapierrolle produzierte schließlich 1890 die “Scott Paper Company”.

In Deutschland kam das erste Toilettenpapier erst 1928 auf den Markt. Die erste Klopapier-Marke war Hakle: Das Papier bestand zwar aus Krepp und war weniger weich, aber die Rolle hatte 1.000 Blatt. Ende der 50er Jahre verbreitete sich dann das weichere Papier, das wir heute noch kennen.

Wie viel Toilettenpapier braucht ein Mensch? Braucht er es wirklich?
Natürlich variiert der Klopapier-Verbrauch von Mensch zu Mensch: Frauen verbrauchen beispielsweise mehr als Männer, einige nutzen schon jetzt Alternativen. Trotzdem gibt es Statistiken: Auf 12,1 Kilogramm pro Kopf und Jahr taxieren die Analysten des Statista Consumer Market Outlook den Klopapier-Verbrauch für das Jahr 2018 in Deutschland. Bei 90 Gramm pro Stück entspricht das ungefähr 134 Rollen. Damit ist der deutsche Papierverbrauch auf dem stillen Örtchen deutlich höher als beispielsweise in Frankreich und Italien. Spitzenreiter dürften indes die Amerikaner mit 12,7 Kilogramm pro Kopf, also 141 Rollen, sein.

Wie können Sie Klopapier sparen?
Vergleichen wir unseren Toilettenpapier-Konsum beispielsweise mit Frankreich, fällt auf, dass die Franzosen schon jetzt auf Alternativen zum klassischen Klopapier zurückgreifen. Sie nutzen häufiger Bidets oder andere Reinigungsmöglichkeiten, als die Deutschen.
Die Alternativen zum Toilettenpapier sind also logischerweise auch Möglichkeiten, um Papier einzusparen. Sie können sich aber auch bewusst machen, wie viel Papier Sie eigentlich benutzen und sich fragen, ob die Menge wirklich notwendig ist. Das ist allerdings eine sehr individuelle Entscheidung.

Beim Kauf von Toilettenpapier sparen Sie übrigens Geld, wenn Sie zur größeren Packung greifen statt zum Zweierpack.

Alternativen zu Toilettenpapier
Gerade in Zeiten der Coronakrise, in denen Toilettenpapier durch viele Hamsterkäufe zur Mangelware wird, fragen sich viele, welche Alternativen bleiben, wenn das Klopapier leer ist:

Waschlappen: Einfach, gesund, aber gewöhnungsbedürftig
Der klassische Waschlappen ist eine denkbar einfache Alternative zum Toilettenpapier. Angefeuchtet und vielleicht noch mit ein bisschen Seife oder Duschgel versehen, reinigt er zuverlässig und sanft. Allerdings ist er eher ungeeignet für unterwegs: Sie können ihn natürlich in einer verschließbaren Plastiktüte transportieren, schwierig wird es aber dann, wenn Sie ihn in einer öffentlichen Toilette auswaschen wollen. Und viele müssen sich sicher auch erst daran gewöhnen, den Waschlappen auszuspülen und regelmäßig in die Waschmaschine zu geben.

Po-Dusche: Ideal für unterwegs
Unter dem Namen “Happy Po” gibt es mittlerweile in vielen Drogerien und im Internet eine Po-Dusche für unterwegs. Die kleine Flasche wird mit Wasser befüllt und kann dann durch einfaches Zusammendrücken einen Strahl erzeugen, mit dem Sie sich reinigen können. Sie lässt sich praktisch mitnehmen und ist vor allem für Reisen optimal. Sie dürfen nur nicht vergessen, die Flasche vor dem Toilettengang mit Wasser aufzufüllen.

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